Text: Ferdinand Brenneke und Lukas Wunderlich | Fotos: RSSZO

Das Projekt «Schul – Raum – Entwicklung» an der Rudolf Steiner Schule Zürcher Oberland hat im Jahr 2017 begonnen. Wir standen damals als Schulgemeinschaft vor der riesigen Aufgabe, den bereits 1981 erstellten Pavillon, ein Provisorium mit 14 Raumeinheiten, aus feuerpolizeilichen Gründen zu ersetzen. Um mit dem Ersatzneubau zu beginnen und gleichzeitig den Schulbetrieb aufrecht zu erhalten, wurde das Projekt in zwei Bauabschnitte etappiert. Ziel war von Anfang an, die Räume nicht nur zu ersetzen, sondern die Bautätigkeit und Planung ganz den pädagogischen Entwicklungen und Zielsetzungen unterzuordnen.

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Die Ziele waren:

  • Engere Zusammenarbeit in der Elementarstufe durch räumliche Nähe von Kindergarten und 1./2. Klasse, gemeinsame Aussenflächen für Spiel- und Sinnesentwicklung sowie fliessende Übergänge mit Hilfe einer «Übergangslehrperson», welche die Kinder vom Kindergarten in die 1. Klasse begleitet.
  • Ab der 7. Klasse Ausbau und Stärkung der Ausbildung in den sechs «Grundfertigkeiten» Holz, Metall, Textil, Informatik, Malen und Ton/Keramik mit je eigenen Atelierräumen und Werkstätten.
  • Verbesserung der Forschungsbedingungen mit mehr Möglichkeiten für Eigentätigkeit in Physik, Chemie, Biologie und Geografie durch technisch ausgerüstete Laborplätze.
  • Öffnung der Klassen und Gemeinschaftsbildung in der Mittelschulstufe 10. bis 13. Klasse durch die Etablierung verschiedenster klassenübergreifender Unterrichtsformen und Projekte.

Die erste Etappe

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Im Jahr 2021 konnten wir die erste Bauetappe abschliessen. Die neuen, ebenerdigen Räume für die 1./2. Klasse gleich neben dem Kindergarten sowie die darunterliegenden, hochwertig ausgerüsteten Werkstätten für Metall und Ton/Keramik konnten erfolgreich und leicht unterhalb der budgetierten Kosten fertig gestellt werden. Die damit verbundenen Ziele für die Elementarstufe sind bereits ganz im Leben der Schule wertvoll spürbar. Engere Zusammenarbeit der Lehrpersonen, flexibler Wechsel zwischen Innen- und Aussenraum wie auch zwischen Kindergarten und Schule scheinen immer bedeutungsvollere Ressourcen zu werden für die adäquate Begleitung der Kinder in diesem Alter.
Die neuen Räume ermöglichten uns die erste Hälfte des alten Pavillons zurückzubauen. So wurde die Bodenfläche für das Gebäude der zweite Bauetappe frei.

Beginn der zweiten Etappe im Jubiläumsjahr

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Wir sind sehr glücklich, dass pünktlich zum 50. Jubiläumsjahr der RSSZO die zweite und letzte Bau­etappe realisiert werden kann. Das neue Gebäude wird drei Etagen haben. Im Erdgeschoss finden sich der Naturwissenschaftsraum mit Forschungsplätzen, die Holzwerkstatt mit separatem Maschinenraum sowie der Lernraum für die 13. Klasse zur Vorbereitung auf die Schweizerische Maturaprüfung. Im Vorraum haben wir endlich wieder Platz für unsere absolut einzigartige Gesteinssammlung. Das erste Obergeschoss wird aus drei flexibel nutzbaren Schulzimmern für die 10. bis 12. Klasse bestehen. Faltwände auf diesem Geschoss sorgen für höchste Flexibilität und unterstützen den klassenübergreifenden Unterricht oder die Arbeit in verschiedensten Kleingruppen. Im Dachgeschoss werden den Schülerinnen und Schülern ab der 7. Klasse zwei grosszügige Ateliers für die bildnerische und textile Gestaltung zu Verfügung stehen. Ergänzt wird die Pausenfläche im Innenbereich durch eine Dachterrasse für Schülerschaft und Lehrpersonen. Die Informatik wird einerseits an Einzelarbeitsplätzen im Neubau wie auch in einem freiwerdenden Klassenraum im bestehenden Schulgebäude einen neuen Platz bekommen. Nach Fertigstellung des zweiten Bauabschnitts wird der restliche Teil des alten Pavillons rückgebaut, wodurch zwischen Saalbau und den beiden neuen Bauabschnitten ein neuer, grosszügiger Aussenraum entstehen wird.
Das anspruchsvolle Fundraising für 5.4 Millionen Franken ist auf dem Weg, so dass wir mit einem enormen Einsatz von Eltern, Schulfreunden und Kollegium am 27. März 2026 den Spatenstich feiern werden. Im Anschluss an die Feier bringen die 9. bis 12. Klassen zusammen mit einem Barockorchester die Oper «King Arthur» von H. Purcell in einem fulminanten Mix aus Theater, Eurythmie und Chor zur Aufführung. Wir freuen uns über viel Besuch.

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